Dienstag, 6. November 2018

[Rettungsaktion] Alles mit Kürbis

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für den Konsum von selbst gekochten Gerichten und verweist auf weitere tolle Blogs, die sich heute Rezepten rund um den Kürbis widmen.]- vorsicht, langer Beitrag!

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, der weiss, was es mit diesen Rettungsaktionen auf sich hat. Wenn nicht, dann eine kurze Zusammenfassung: eine kleine Gruppe von Facebook-Mitgliedern hat sich zusammen getan, um Lebensmittel vor der Lebensmittelindustrie zu retten - immer mehr Menschen können mit dem ursprünglichen Produkt nichts mehr anfangen und greifen auf diverse Convenince-Produkte oder Tütchen und Co zurück. Das muss nicht sein - und genau deswegen finden in (mehr oder weniger) regelmäßigen Abständen Rettungsaktionen statt. Wir bieten der Fertigfutter-Industrie Paroli!

Dieses Mal dreht sich alles um das Thema Kürbis. Und Kürbis kann echt vielseitig sein. Das ist mir aufgefallen, als wir vor zwei Wochen in unserer Firma Gesundheitstag hatten und ich nach ein  oder zwei Gerichten für unser traditionelles Buffet gesucht habe - da fällt mir ein, dass ich unsere Sekretärin, die dabei immer das Zepter in der Hand hat, nach dem Rezept für ihren Kürbis-Karotten-Apfel-Salat und die Kürbis-Quiche fragen muss. Beides äußerst lecker! Ja, jedenfalls musste etwas neues, herbstliches her. Und da fielen mir die Päckchen mit Kürbismus ein, die in meinem Gefrierschrank schlummern. Ursprünglich für ein thüringisches Gericht namens "Kürbsmus" produziert, aber auch anderweitig wirklich vielseitig einsetzbar. Deswegen *tada*: mein Rezept für das Grundprodukt von vielseitigem Kürbismus - das thüringische Gericht wird es übrigens bestimmt auch irgendwann auf diesen Blog schaffen (sofern meine liebe Schwiegermutter das Rezept rausrückt), denn es ist Soulfood pur mit Speck, Hackfleisch, altbackenen Brötchen, Ei und Käse (wenn ich mich richtig erinnere).

Vielseitiges Kürbismus
(super einfaches Rezept, besteht aus genau einer Zutat)

Hokkaido-Kürbis, gewaschen, entkernt und in grobe Stücke geschnitten

Ganz bewusst ohne Mengenangaben, ich bereite das Mus immer auf Vorrat zu und friere es portionsweise ein - so habe ich immer fertiges Mus zur Hand, das ich nur auftauen muss...

Kürbisstücke im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (Umluft) ca. 30 Minuten garen - die Garzeit hängt stark von der Größe der Kürbisstücke ab.

Abkühlen lassen, grob mit einer Gabel zermanschen und  portionsweise einfrieren (bei mir normalerweise in 250-500 g-Portionen. Dank der recht trockenen Konsistenz funktioniert das in, zu flachen Päckchen gedrückten, Gefrierbeuteln recht gut.)








Häää, das war's? Nicht einmal ein Foto? Nein, das war noch nicht alles.




Ich möchte Euch ja zeigen, wie vielseitig das Kürbismus wirklich ist. Also habe ich das Mus ein bisschen weiter verarbeitet, zum Beispiel zu Kürbisbrot. Das Brot ist im Prinzip eine Adaption von meinem Kartoffelbrot. Das verwendete Kürbismehl habe ich beim Hofladentag im Zellertal entdeckt und von einer kleinen Ölmühle in Wachenheim erstanden.


Kürbisbrot

10 g Frischhefe
10 g Stein-oder Meersalz
100 ml Wasser
170 g Kürbismus
1 TL Honig
550 g Mehl  (moi: 200 g Dinkelvollkornmehl und 350 g Dinkelmehl Type 630)
50 g Kürbismehl (wer das nicht bekommt, durch 50 g Dinkelvollkornmehl ersetzten)
300 ml Wasser
Kürbiskerne (Menge nach Wunsch - moi: eine knappe Handvoll)
etwas Butter zum Fetten der Form
1-2 EL Haferflocken

Zunächst einmal muss man die Salz-Hefe-Lösung aus der Frischhefe, Wasser und Salz herstellen. Sie soll mindestens 1, maximal 48 Stunden reifen. Meine hatte etwa 2 Stunden Zeit.

Dann die ausgereifte Salz-Hefe-Lösung in den  Mixtopf des Thermomix gießen, das Kürbismus und den Honig dazu geben. Den Mixi 5 Sekunden auf Stufe 7 drehen lassen. Jetzt Vollkornmehl und helles Mehl einwiegen. Außerdem das Wasser, Kürbismehl und Kürbiskerne zufügen. Den Teig 3 Minuten auf Teigstufe kneten lassen. Wer keinen Thermomix oder ähnliche Küchenmaschine zum Kneten von schweren Teigen besitzt, kann das Ganz auch mit der Hand kneten. Ist halt aufwendiger...

Nun muss der Teig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 60 Minuten gehen. Dabei sollte er sein Volumen verdoppeln.

Nun kommt der Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche und kann mit einem Spatel bearbeitet werden, bis man eine schöne, geschmeidige Kugel hat. Einen gusseisernen Bräter einfetten und mit Haferflocken ausstreuen. Leider besitze ich keinen entsprechenden Bräter, so dass ich einfach meinen Ultra von Tupper verwendet habe. Nun muss man die recht weiche Teigkugel noch in den Bräter verfrachten, Deckel drauf und ab damit in den kalten Backofen. Den Backofen auf 200 °C (ich habe Umluft gewählt, da im Original-Rezept keine Angaben diesbezüglich zu finden waren) einstellen. Nach 55 Minuten den Deckel abnehmen und das Brot weitere 10 Minuten backen (weitere 5 Minuten würden dem Brot auch nicht schaden).

Nach dem Backvorgang habe ich das Brot aus der Form genommen und noch 15 Minuten im ausgeschalteten Backofen ruhen lassen, bevor es dann ganz abkühlen durfte.



Aber Brot ohne Aufstrich? Das geht definitiv nicht. Um Abhilfe zu schaffen gibt es auch gleich ein Rezept für den passenden Belag:



Kürbis-Kichererbsen-Aufstrich mit Trauben

1 kl. Dose Kichererbsen (265 g Abtropfgewicht)
250 g Kürbispüree
1 kleine, rote Zwiebel, fein gewürfelt
1 Stängel Stangensellerie, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
200 g Schmand
1 EL grober Senf
1/2 Bund Petersilie, gehackt
250 g Trauben, halbiert
Kürbis-/Sonnenblumenkerne
Salz & Pfeffer

Kichererbsen abtropfen lassen, in eine Schüssel geben und mit einer Gabel grob zerdrücken. Kürbispüree, Zwiebel, Sellerie, Knoblauch, Schmand und Senf zufügen. Alles gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zuletzt Petersilie, Trauben und Kerne unterheben.

Gekühlt mit Brot (oder Brötchen) servieren.




Und zum Abschluss noch was Süßes zum Kaffee... eigentlich sollte die Creme als Topping auf die Gugels - aber sie ist trotz langer Kühlung nicht wieder fest geworden. Macht nichts, hat auch als etwas flüssigerere Variante zu den Gugels lecker geschmeckt. Man muss den Gästen ja nicht verraten, dass das so gar nicht geplant war...


Kürbis-Orangen-Gugels mit Orangencreme und Kürbiskrokant
für ca. 14-16 mittlere Gugels

2 Eier
75 g Zucker
1 TL Vanillezucker, vom selbst gemachten
100 ml Orangensaft, frisch gepresst
100 ml Pflanzenöl (moi: Rapskernöl)
125 g Kürbismus, fein püriert
175 g Dinkelmehl Type 630
50 g gemahlene Mandeln
Abrieb von 1/2 Bio-Orange
1 geh. TL Backpulver

Eier, Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Zuerst Orangensaft und Öl, dann die restlichen Zutaten unterrühren. 

Teig in kleine Gugel-Formen füllen (max. 3/4 voll). Meine sind aus Silikon und deswegen kann ich mir das Fetten sparen. Wer keine Gugel-Formen hat, der kann auch Muffin-Formen nutzen - dann wird der Teig aber vermutlich nicht für die gleiche Anzahl ausreichen. 

Im vorgeheizten Backofen bei 160 °C (Umluft) ca. 30 Minuten backen (Stäbchenprobe machen!)

Aus der Form nehmen und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Orangencreme und Kürbiskrokant herstellen.

Orangencreme

150 ml Orangensaft (frisch gepresst)
Zucker (leider habe ich vergessen, wie viel genau es war - ich glaube 50 g - das kommt davon, wenn man gleich alles in den Rechner tippt!)
Abrieb von 1/2 Orange
250 g Frischkäse (Doppelrahm)

Orangensaft mit dem Zucker vermengen und in einem kleinen Topf auf die Hälfte einreduzieren. Abkühlen lassen. Orangenreduktion (oder soll ich es Orangensirup nennen?) mit dem Frischkäse und Orangenabrieb verrühren. Wem die Creme nicht süß genug ist rührt einfach noch etwas Puderzucker unter.

Kürbiskrokant

1-2 EL Zucker
eine kleine handvoll Kürbiskerne

Zucker in einer Pfanne schmelzen lassen. Kürbiskerne zufügen und alles karamellisieren lassen. Abkühlen lassen, dann mit einem Messer grob hacken.




Zuletzt wollte ich Euch noch ein Rezept für Pumpkin Spice Latte präsentieren - nur der hat mir so gar nicht geschmeckt, deswegen habe ich darauf verzichtet. Drei, nein vier Rezepte in einem Posting sind ja auch genug, oder?


Und falls es jetzt doch noch jemanden gibt, der so gar nichts mit Kürbis anfangen kann, hier noch ein paar Kürbis-Rezepte von meinem Blog:


Und wer jetzt noch mehr Inspiration zum Thema Kürbis braucht - hier geht es zu den Rezepten der MitretterInnen (es lohnt sich, dort vorbei zu schauen, lauter leckere Rezepte)

auchwas - Kürbis süß-sauer 
Brigittas Kulinarium - Kürbisravioli aus Kartoffelteig 
Brittas Kochbuch - Kürbisrisotto 
Cakes Cookies an more - Mac and Cheese mit Kürbis 
CorumBlog 2.0 - Kürbis-Konfitüre 
Das Mädel vom Land - Wickelknödel mit Kürbis und Pilzen 
evchenkocht - Kürbis-Cannelloni 
Fliederbaum - Kürbis-Kartoffel-Gratin 
genial-lecker - Kürbis-Möhren-Quiche 
lieberlecker - Kürbis Vermicelles 
our food creations - Vielseitiges Kürbismus 
Pane-Bistecca - Kürbis Prussien 
Unser Meating - Kürbis-Käse-Suppe 


Last but not least noch ein paar Danksagungen:

Besonderen Dank an Christine Blickle (aka Anna Antonia), die die Rettungstruppe seit dem Rücktritt der Gründerinnen Susi Turbohausfrau und Sina Giftigeblonde leitet. Außerdem danke an alle fleißigen Helfer im Hintergrund, die unter anderem alle möglichen Kanäle der Social Media mit Infos zu unseren Rettungen füttern oder uns Hilfs-Dateien mit den Links der MitretterInnen zur Verfügung stellen. Zu verdanken haben wir die heutige Rettungsaktion übrigens der lieben Ingrid von auchwas.

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Alle lieben Pasta [Blogevent Oktober]

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für den Konsum von selbst zubereiteten Nudelgerichten und verweist auf weitere tolle Blogs, die sich diesem Thema widmen]

Heute ist zufälligerweise Weltnudel- bzw. Weltpastatag. Super, dann gibt es heute eben Pasta, denn ich liebe Pasta... Tastesheriff übrigens auch. Auch diesen Monat gibt es wieder ein Pasta-Event. Im Oktober wünscht sich Clara Pasta mit Fleisch. Bei ihr gab es One Pot Pasta mit Salsiccia.  Ich habe mich für Pasta mit Speck und Pfifferlingen entschieden. Für mich ein richtig leckeres und vor allem schnell gemachtes Essen.



Pasta mit Speck und Pfifferlingen
für 2 Portionen

300 g frische Pasta (z.B. Tagliatelle)
250 g Speck, in Streifen geschnitten
250 g Pfifferlinge, geputzt
1 EL Butterschmalz
200 ml Sahne
Salz und Pfeffer
Petersilie, gehackt
frisch geriebener Parmesan

In einem großen Topf Wasser erhitzen. Speck in eine Pfanne geben und ohne Fettzugabe auslassen. Herausnehmen und zur Seite stellen. Butterschmalz in die Pfanne geben, erhitzen, Pfifferlinge zufügen und 3-4 Minuten braten. Dann Speck wieder zufügen, Sahne angießen und alles bei mittlerer Hitze 4 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit Wasser salzen und die Nudeln al dente kochen - Frischnudeln benötigen nur 3-4 Minuten! Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dabei mit dem Salz vorsichtig sein, der Speck würzt schon recht kräftig. Pasta abgießen und tropfnass mit der Sauce vermengen. Auf Teller verteilen. Mit Petersilie und frisch geriebenem Parmesan bestreuen.


Dienstag, 9. Oktober 2018

Herbstgenuss [Blogevent] - Teil 3

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Die giftigeblonde Sina und The Apricot Lady Christine haben zu einem neuen Blogevent aufgerufen - passend zur Jahreszeit Herbstgenuss. Und aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei...

Deswegen ganz aktuell noch ein Kartoffel-Gemüse-Eintopf.



Kartoffel-Gemüse-Eintopf 
für 4-6 Portionen

1 kg Kartoffeln, geschält und gewürfelt
5 Karotten, geschält und in Scheiben geschnitten
1 Süßkartoffel, geschält und in Stücke geschnitten
2 EL Suppengrundstock (alternativ gekörnte Brühe)
1 TL Pimenton de la Vera dulche (süßes, geräuchertes Paprikapulver)
1 Lorbeerblatt 
400 g geräucherter Putenschinken, gewürfelt
Muskatnuss, frisch gerieben
Salz und Pfeffer 
2 EL Butter
8 Scheiben Roggenbrot, gewürfelt
200 g Schmand
Petersilie und/oder Schnittlauch zum Garnieren

Kartoffel-, Karotten- und Süßkartoffelstücke in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Zum Kochen bringen, dann Suppengrundstock, Pimenton de la vera und Lorbeer zufügen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 25 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist. Putenschinken in der Suppe kurz erwärmen. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.

In der Zwischenzeit Butter in einer Pfanne erhitzen und die Brotwürfel darin abraten - im Badischen nennen wir das Ergebnis übrigens Kracherle...

Suppe mit Schmand, Kracherle und etwas gehackter Petersilie oder Schnittlauch servieren.


Montag, 8. Oktober 2018

Herbstgenuss [Blogevent] - Teil 2

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Die giftigeblonde Sina und The Apricot Lady Christine haben zu einem neuen Blogevent aufgerufen - passend zur Jahreszeit Herbstgenuss. Hier kommt nun der 2. Streich...

Wie in meinem Post der Kraut-Fleckerl erwähnt, haben wir auf dem Markt schönes, frisches Rehgulasch aus heimischer Jagd erstanden. Und das musste mit liebem Besuch von Usedom verkocht und verbloggt werden... Wer nicht in der luxeriösen Lage ist und keinen Jäger und Wildhändler auf dem Wochenmarkt hat, die regionalen Forstämter haben in der Regel Adressen von Jägern, die Wild zum Verkauf anbieten.

Wildes Kürbis-Gulasch vom Reh
für 6-8 Portionen

2 EL Butterschmalz
1 kg Rehgulasch (bevorzugt aus heimischer Jagd) 
2 große Metzger- oder Gemüsezwiebeln, in Würfel geschnitten
3-4 EL Tomatenmark
1/2 Knolle Knoblauch, geschält und in feine Würfel geschnitten
1 Glas trockener Weißwein 
2-3 Lorbeerblätter
5 Piment-Körner
2-3 EL Suppengrundstock, alternativ gekörnte Brühe o.ä. 
1 (großer) Hokkaido-Kürbis, gewaschen, entkernt und in grobe Würfel geschnitten
Paprikapulver, edelsüß
Zucker
Salz und Pfeffer

Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen und das Fleisch darin portionsweise anbraten. Herausnehmen und warm halten. Dann im gleichen Topf die Zwiebeln anschwitzen. Tomatenmark und Knoblauch zufügen, alles kurz anrösten. Mit Weißwein ablöschen. Flüssigkeit unter Rühren vollständig verdampfen lassen. Dann 1 Liter Wasser, Lorbeerblätter, Piment, Suppengrundstock und Fleisch zufügen. Aufkochen lassen, dann bei kleiner Hitze 30 Minuten köcheln lassen. Danach Kürbiswürfel zufügen und weitere 30 Minuten sanft kochen. Vor dem Servieren mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

Als Beilage gab es Süßkartoffelstampf aus dem Ofen (Rezept weiter unten)


Süßkartoffelstampf aus dem Ofen

2 kg Süßkartoffeln, geschält und in grobe Stücke geschnitten
1/2 Knolle Knoblauch, angedrückt und geschält
3 EL Pflenzenöl (ich: Mischung aus Oliven-und Rapskernöl)
75 g Butter
2 EL Suppengrundstock, alternativ gekörnte Gemüsebrühe
Salz und Pfeffer

Süßkartoffelwürfel und Knoblauch mit dem Öl vermengen. Auf ein Backblech geben und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C (Umluft) 30 Minuten garen. In eine hitzebeständige Schüssel (alternativ Topf) umfüllen. Butter in Stückchen zufügen und mit einem Topfbesen (oder Kartoffelstampfer) zu einem Stampf verarbeiten - es dürfen dabei kleine Stückchen darin verbleiben. Mit Suppengrundstock, Salz und Pfeffer abschmecken.


Freitag, 5. Oktober 2018

Herbstgenuss [Blogevent] - Teil 1

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für den Konsum von selbst gekochten Gerichten und verweist auf weitere tolle Blogs, die sich dem Thema Herbstgenuss widmen]  

Die giftigeblonde Sina und The Apricot Lady Christine haben zu einem neuen Blogevent aufgerufen - passend zur Jahreszeit Herbstgenuss.



Im Moment gibt es Gemüse im Überfluss - an den Ständen beim Wochenmarkt leuchtet es in allen Farben und man kann sich kaum entscheiden, welches Gemüse denn nun im Körbchen und damit auf den Tisch landet. Bei mir waren es Spitzkohl, Kartoffeln, Süßkartoffeln und Karotten - plus ein bisschen Schnittlauch und Petersilie. Einen schönen Kürbis hatten wir vor kurzem von Freunden geschenkt bekommen und stand daher nicht auf der Einkaufsliste. Dafür aber 1 kg feinstes Rehgulasch vom Wild-Dealer des Vertrauens.

Heute gab es Kraut-Fleckerl, die sind für mich ideales Feierabendessen weil sie super schnell gemacht sind. 


Kraut-Fleckerl
für 3-4 Portionen

250 g Lasagne-Platten
2 EL Butterschmalz
1 Zwiebel, gewürfelt
1 TL Zucker
250 g Speck oder Schinkenspeck, gewürfelt
1 kleiner Spitzkohl (500 g geputzt und in grobe Stücke geschnitten)
Kümmel, gemahlen
Salz und Pfeffer
200 g Schmand 
etwas Schnittlauch zum Garnieren

Lasagneplatten in grobe Stücke brechen und in reichlich Salzwasser bissfest kochen. Dann in ein Sieb geben und mit gut mit Wasser abspülen damit die Nudeln nicht zusammenkleben.

Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel darin zusammen mit dem Zucker bei nicht zu großer Hitze anschwitzen - sie sollen dabei glasig werden und keine Röstaromen bilden. Dann Speck/Schinkenspeck und Spitzkohl zufügen. Alles anbraten. Suppengrundstock und etwas Wasser dazu geben, gut verrühren und zugedeckt etwa 5 Minuten dünsten. Dann Nudelstücke (Fleckerl) unterheben und kurz erhitzen. Mit Kümmel, Salz und Pfeffer abschmecken.

Mit Schmand und Schnittlauch servieren.


Dienstag, 2. Oktober 2018

Rettungsaktion - O'zapft is

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für den Konsum von selbst gekochten Gerichten und verweist auf weitere tolle Blogs, die sich heute dem Thema Oktoberfest-Spezialitäten widmen] 

Nachdem ich bei der August-Aktion zur Rettung von Blechkuchen ausgesetzt hatte, bin ich dieses Mal wieder dabei. Und was passt zur Zeit besser als das Thema "Oktoberfest"?


Wenn ich mir im Moment die Werbeprospekte der Supermärkte anschaue, dann werden neben (viel zu kurzen) Dirndel und kunstledernen Hosen auch fix-und-fertig-Haxn, -Schnitzel, -Knödel, -Obazda und was weiss ich was alles angeboten. Einfach gruselig. Mit vielen E's, Zusatz- und Konservierungsstoffen. Dabei lassen sich die meisten Sachen ohne viel Aufwand selbst herstellen. Braucht man wirklich ein Fix-Produkt? Nein!

Zurück zum Oktoberfest bzw. Wiesn: um ganz ehrlich zu sein, bisher habe ich es ganau 1x auf's Oktoberfest nach München geschafft. Dabei wohnen die Schwägerin und der Schwager in Steinwurfweite zur Theresienwiese. Ich weiss noch, dass es mir damals gesundheitlich nicht ganz so gut ging und ich außer einem (Bierkrug-voll!) Apfelsaftschorle nichts zu mir genommen habe. Aber das Essensangebot hatte ich genaustens studiert: Riesenbrezn, Fleischpflanzerl, Steckerlfisch, Ente mit Blaukraut und Knödeln, Weißwürste, Fischsemmeln (auf die steht mein Mann - angeblich die beste Grundlage für den Biergenuss), Ochsenfleisch, Leberkas-Semmeln, Obazda, Brathendl unsd für die Süßschnäbel: verzierte Lebkuchenherzen, gebrannte Mandeln und Dampfnudeln. Irgendwo gb es auch Haxen, an deren Beilagen ich mich aber nicht erinnern kann. Jedenfalls alles sakrisch teuer, aber ein wirklich großes Angebot.

Ich habe mich bei dieser Rettungsaktion für (mehr oder weniger) Finger-Food entschieden und Mini-Versionen von diversen Schmankerln gemacht. Basis dafür ist bei mir eine Brezn-Knödel-Masse.Die Brezn waren bei diversen Dorffesten hier im Ort übrig und da ich absolut gegen Verschwendung von Lebensmitteln bin, habe ich sie eingesammelt, klein geschnitten und getrocknet. Eigentlich sollten sie in kleiner Runde im Zuges eines Knödel-Events verspeist werden. Nun war das Wetter bisher aber einfach zu warm und die Menge an getrockneten Berzn-Stücken zu groß. Ich habe für diese Rettungsaktion bisher erst etwa 1/3 bis 1/4 meiner Vorräte aufgebrauch. Falls also noch jemand eine Idee für deren Verwendung hat, nur her damit!

Wiesn-Tapas - kurz Wipas

 



Grundmasse Brezn-Knödel

750 g getrocknete Brezn, in kleine Stücke geschnitten
1,5 L Milch
1 Metzgerzwiebel, fein gewürfelt
2 EL Butter
6 Eier
1 Bund Petersilie, fein gehackt
Salz und Pfeffer

Milch erhitzen und über die trockenen Brezn-Stücke gießen. Abgedeckt etwa eine Stunde quellen lassen, dabei gelegentlich umrühren. In der Zwischenzeit die Zwiebelwürfel in der Butter glasig andünsten. Abgekühlte Zwiebeln, Eier und Petersilie unter die Ködelmasse mengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse ist recht feucht, kann nicht einfach für Semmelknödel verwendet werden.

Aber: die Masse kann gebacken (siehe Rezept herzhafte Cupcakes) oder zu Serviettenknödeln verarbeitet werden. Ich nutze dafür allerdings keine Serviette (oder Geschirrtuch) sondern gare sie in Frischhalte- und Alufolie.

Dafür ein großzügiges Stück Frischhaltefolie (darauf achten, dass diese erhitzbar ist - zB. Mikrowellenfolie) zuschneiden. Knödelmasse darauf geben und wie ein Bonbon einwickeln, dabei die Enden einzwirbeln. Alles zusätzlich in Alufolie packen. Ich habe aus der Masse (abzüglich der 12 Muffins) 5 Rollen mit ca. 5 cm Durchmesse und etwa 20 cm Länge bekommen.

Nun kann man die Rollen entweder im Dampfgarer (30 Minuten bei 100 °C) oder in einem Topf mit leicht siedendem Wasser (ebenfalls ca. 30 Minuten) garen lassen.






Herzhafte Cupcakes
für 12 Stück

In 12 gefettete Muffin-Förmchen Brezn-Knödel-Masse (Zutaten siehe oben) füllen und im vorgeheizten Backofen bei 175 °C (Umluft) ca. 35 Minuten backen. Abkühlen lassen und aus der Form lösen.

Obazda-Frosting

200 g Camembert oder Brie
300 g Frischkäse (Doppelrahm)
1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt (ich: 3 Frühlingszwiebeln)
1 TL Paprikapulver, edelsüß
Kümmel gemahlen (Obacht, nicht zuviel nehmen, schmeckt ziemlich vor)
Salz und Pfeffer
 Radieschen, Kresse und Frühlingszwiebel zur Deko

Camembert klein würfeln (oder zupfen), mit Frischkäse und Zwiebelwürfeln recht glatt rühren. Mit Paprikapulver, Kümmel, Salz und Pfeffer würzen. Kalt stellen.

Radieschen waschen und in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebel in feine Röllchen schneiden.

Abgekühlte Brezn-Muffins in Papierförmchen setzen. Obazda-Frosting in einen Spritzbeutel geben und auf die Muffins spritzen. Mit Radieschenscheiben, Kresse und Zwiebelröllchen ausdekorieren.

Wer den oben erwähnten Doppelrahm-Frischkäse verwendet, der kann die Masse tatsächlich auf die Cupcakes spritzen. Ich habe versehentlich beim Einkauf zu der leichteren Version mit Buttermilch gegriffen und mich gewundert, weshalb die Masse so flüssig war - echt peinlich!



Kleine Fleischpflanzerl-Burger
für 12 Stück

250 g gemischtes Hackfleisch (ich: Putenhack)
1 Ei
1 EL mittelscharfer Senf
2 Frühlingszwiebeln, fein gehackt
Semmelbrösel
Paprikapulver
Salz und Pfeffer
Butterschmalz zum Braten 

24 Scheiben Brezn-Knödel (Rezept weiter oben)
etwas Butter zum Anbraten
etwas Senf
kleine Salatblätter
Radieschen in Scheiben
sauer eingelegte Gurken, in Scheiben geschnitten

Hack, Ei, Senf und Frühlingszwiebeln vermengen. Semmelbrösel zufügen. Masse mit Salz und Pfeffer würzen. Kleine Pflanzerl formen und von beiden Seiten in heißem Butterschmalz braten. 

Knödelscheiben in Butter anbraten. Die Hälfte der Scheiben mit etwas Senf bestreichen. Mit Salatblättern, Fleischpflanzerln, Gurken- und Radieschenscheiben belegen. Zuletzt mit den übrigen Knödelscheiben abdecken. 

Die Türmchen waren bei mir etwas instabil, so dass ich die "Burger" mit Spießen gesichert habe.



Weißwurst-Häppchen
für 18 Stück

18 Scheiben Brezn-Knödel
etwas Butter zum Anbraten
6 Weißwürste
1 EL süßer Senf
2 EL Pflanzenöl (ich: Rapskernöl)
1 EL weißer Balsamico-Essig
Salz und Pfeffer
Radieschen, gewürfelt
etwas Petersilie und Kresse zur Dekoration

Marinade aus Senf, Öl und Essig in einer nicht zu kleinen Schüssel herstellen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Weißwürste in heißes Wasser legen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Danach pellen und jeweils in 3 Stücke schneiden. Zusammen mit den Radieschenscheiben in die Marinade geben und 10 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Knödelscheiben in etwas Butter anbraten. Danach auf die Scheiben jeweils ein Petersilienblatt, ein Stück Weißwurst und eine Radieschenscheibe legen. Mit Spießchen fixieren und mit etwas Kresse bestreuen.




Leberkas-Schnittchen
für 12 Stück

4 Scheiben Leberkäse
12 Scheiben Brezn-Knödel
etwas Butter zum Anbraten
etwas süßer Senf
Radieschen, fein gewürfelt oder in Stifte geschnitten
etwas Kresse

Aus dem Leberkäse mit Hilfe eines Plätzchen-Ausstechers kleine, runde Stücke ausstechen. Zusammen mit den Knödelscheiben in etwas Butter anbraten. Aufeinander setzten, etwas Senf darauf geben, mit Radieschen und Kresse garnieren.


***

Bevor es zu den Rezepten der MitretterInnen geht, einen ganz besonderen Dank an Christine Blickle (aka Anna Antonia), die die Rettungstruppe seit dem Rücktritt der Gründerinnen Susi Turbohausfrau und Sina Giftigeblonde leitet. Außerdem danke an alle fleißigen Helfer im Hintergrund, die unter anderem alle möglichen Kanäle der Social Media mit Infos zu unseren Rettungen füttern oder uns Hilfs-Dateien mit den Links der MitretterInnen zur Verfügung stellen.

Und wer jetzt noch mehr Lust auf Wiesn-Spezialitäten hat, hier geht es zu den Rezepten der MitretterInnen:

auchwas - Haxen mit Kraut 
Cakes, Cookies and more -  Semmelknödel mit Pilzrahmsauce
CorumBlog 2.0 - Schnitzel mit Kartoffelsalat 
Das Mädel vom Land - Vegetarische Wies'n-Jause  
  Katha kocht! - Obazda “Light” 
lieberlecker - Weisswurst Salat 
Turbohausfrau - Obazda



Montag, 25. Juni 2018

Alle lieben Pasta [Blogevent]

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für den Konsum von selbst zubereiteten Nudelsalaten und verweist auf weitere tolle Blogs, die sich diesem Thema widmen]

Bei Tastesheriff gibt es jeden Monat ein Blogevent zum Thema Pasta. Genau mein Ding, denn ich bin regelrecht pastasüchtig, seit ich mir einen Pastamaker zugelegt habe und nun wird hier oft und kräftig genudelt.

Auch für dieses Rezept habe ich die Nudeln selbst gemacht. Jedoch nicht jeder verfügt über so ein Pastamaschinchen - alternativ kann man dann 250 g getrocknete Pasta nach Wahl (z.B. Gabelspaghetti oder Rigatoni) verwenden.

Was die Kräuter betrifft: am schönsten sind hier natürlich Kräuter mit Zitrus-Aroma, wie Zitronenmelisse, Verbene und Zitronenthymian. Ich habe das Glück, dass Melisse und Thymian in meinem Garten en Masse wachsen und auch die Zitronenverbene fleißig in ihrem Kübel wächst. Prinzipiell kann man jedoch auch andere Gartenkräuter wie Petersilie und Schnittlauch verwenden.


Nudelsalat mit Erbsen und Kräuter-Zitrus-Dressing
für 4 Personen

300 g (TK-)Erbsen
200 g Zuckererbsen (Mange-tout), in Rauten geschnitten
300 g frische Pasta (moi: kurze Bucatini) - alternativ 250 g getrocknete Pasta nach Wahl

Dressing
100 ml Orangensaft
3 EL Sweet-Chili-Scauce
6 EL Raps- oder Olivenöl
3 EL Zitronenessig
Abrieb und Saft von einer unbehandelten Zitrone
1 Handvoll gehackte Kräuter (moi: Zitronenmelisse, -Verbene, -Thymian, Petersilie & Schnittlauch) 
Salz und Pfeffer

Salzwasser in einen Topf aufkochen, dann zuerst die TK-Erbsen hineingeben. Zugedeckt etwa eine Minute köcheln lassen, dann die Zuckererbsen zufügen. Weitere 4-5 Minuten köcheln lassen, dann abgießen und kalt abschrecken. Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass die Meisten getrocknete Pasta verwenden... also Nudeln nach Packungsangabe bissfest kochen, abgießen und ebenfalls abschrecken. Dressing anrühren, mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. Zusammen mit den Erbsen und Nudeln in eine große Schüssel geben. Gut vermengen und mindestens 1 Stunde ziehen lassen.

Vor dem Servieren nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.