Seiten

Sonntag, 15. Januar 2012

Extra für mich...


Aus einem früheren Leben hegt meine liebe Gattin eine Abneigung gegen Rinderrouladen der klassischen Art. Experimente mit dem Gericht finden zwar hin und wieder statt (z.B. Leberwurstfüllung), aber mal ehrlich: es wird niemals eines ihrer Lieblingsgerichte.
Um so mehr freute ich mich über die Ankündigung, es gäbe Rouladen. Und da ja jetzt der Slowcooker hier wohnt, war auch klar, wie die Fleischrollen zubereitet werden sollten - 9 Stunden bei LOW... wir haben extra eine Zeitschaltuhr gekauft, damit wir pünktlich um 12:00 Uhr zu Mittag essen können. Also alles am Abend vorbereiten, den Timer auf 3:00 Uhr morgens stellen und ins Bettchen gehen...
Falls man nachts mal raus muss, kann man ja mal schauen, ob der Crocky fleissig ist. ;-)

Und das haben wir in den Topf geworfen:

Etwas andere Rinderrouladen

4 Rouladen (ca 570 g)
100 g  Frühstücksspeck (in dünnen Scheiben)
Senf
4 Möhren
3 Schalotten
3 EL Pflanzenöl
1 Kräuterseitling
ein bisschen Bergkäse
4 rohe Geflügelwürstchen (ca. 200 g)
3 TL Zucker
3 rote Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
ein kleines Stück Sellerie
150 ml Rotwein
100 ml Portwein
1/3 Tube Tomatenmark
Suppengrundstock
400 ml Rinderfond
Salz und Pfeffer

Möhren, Schalotten, Zwiebeln, Knoblauch und Sellerie schälen. 2 Möhren längs in Stifte (Julienne) schneiden, den Rest fein würfeln. Die Schalotten ebenfalls längs in feine Streifen schneiden. Rote Zwiebeln, Sellerie und Knoblauch fein würfeln. 1/2 Kräuterseitling in feine Scheiben schneiden, den Rest würfeln.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen, die Schalotten und Möhrenstreifen darin andünsten. 1 TL Zucker zufügen, leicht karamellisieren lassen, dann alles auskühlen lassen.

Inzwischen die Rouladen ausbreiten, trockentupfen und mit Senf bestreichen. Pfeffern, dann mit dem Frühstücksspeck belegen. Je nach Geschmack mit den Möhrenstiften, den Schalotten, Geflügelwürstchenbrät, Bergkäse, Pilzscheiben etc. belegen, dann aufrollen und in den Crocky legen.

Die Pfanne wieder erhitzen, das gewürfelte Gemüse zusammen mit 2 TL Zucker darin anbraten. Das Tomatenmark zufügen, kurz anrösten. Mit dem Rotwein ablöschen, diesen fast komplett einkochen lassen. Dann den Portwein und den Fond angießen. Mit Suppengrundstock, Salz und Pfeffer abschmecken und ca. 10 Minuten köcheln lassen.

Sauce über die Rouladen geben, den Crocky 9 Stunden auf LOW stellen und abwarten...



Als Beilage haben wir Taglioline al Barolo und gebratene Kräuterseitlinge serviert. 


 



Montag, 9. Januar 2012

Veganes Crocky-Experiment

Der Crocky kann nicht nur Fleisch kochen - auch Gemüse wird, wie ich inzwischen weiss, köstlich darin. Genau aus diesem Grund habe ich dieses Expriment gestartet.

Dinkel-Gemüse-Suppe

5 Möhren (190 g) - gewürfelt
1 Pastinake (60 g) - gewürfelt
1 Scheibe Sellerie (70 g) - gewürfelt
1 Pk. Champignons (250 g) - gewürfelt
2 Zucchini (250 g) - gewürfelt
1 Stange Lauch (130 g) - in Ringen
250 g Zartdinkel
1 L Wasser
2 EL Suppengrundstock (vegan)
1 EL Pflanzenöl oder -Crème

in den Crocky geben und 4 Stunden HIGH bzw. 8 Stunden LOW garen. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver (edelsüß) abschmecken. Vor dem Servieren ggf. mit Sojacrème verfeinern.

Suppengrundstock mal anders

Nachdem wir ja unseren veganen Suppengrundstock schon selbst machen, habe ich heute mal einen "Fleischbrühen"-Gundstock im Thermomix gebastelt. Gefunden habe ich das Rezept (zumindest so ähnlich) im Wunderkessel.

100 g Sellerie
150 g Karotten
100 g Zwiebel
50 g Blattpetersilie
3 Knoblauchzehen

in den Mixi geben und 10 Sek./Stufe 5 zerkleinern.

400 g Rinderhackfleisch
400 g grobes Meersalz
50 g Rotwein

zufügen, 15-20 Sek./Teigstufe vermengen. Dann 30 Min./Varoma/Stufe 1-2 kochen, dabei das Garkörbchen als Spritzschutz auf den Deckel stellen.

Danach den Messbecher aufsetzen und 1 Min./Stufe 6-10 pürieren. In Schraubgläser füllen und abkühlen lassen.

Hält sich angeblich im Kühlschrank mehrere Monate und man benötigt 1 TL für 500 ml Wasser.

P.S.: Besser nicht, wie ich das getan habe, den Löffel abschlecken, das Zeug ist brutal salzig...

Sonntag, 8. Januar 2012

"Fauler" Rehrücken


Nein, das Fleisch ist nicht verdorben... nachdem uns unser schizophrenes Huhn so gut geschmeckt hat, wollten wir schauen, was unser neuer Kumpel mit Wild anstellt. Und da der Rehrücken so schön im Tiefkühler geschlummert hat, haben wir ihn kurz geweckt, damit er es sich jetzt im neuen Slow-Cooker gemütlich machen kann:

1 ausgelöster Rehrücken (zusammen 700 g)
1 EL Trüffelöl
1/3 TL Wildgewürz
3 Schalotten
2 kleine, rote, Zwiebeln
1 EL Butterschmalz o.ä.
2 TL Zucker
3 kleine Knoblauchzehen
1 kleines Stück Ingwer
250 ml Rotwein
200 ml Portwein
350 ml Geflügelbrühe
Saft und Zeste von 1 Bio-Orange
1/2 EL Thymianblättchen (Zitronenthymian)
1 EL Suppengrundstock
1 TL Hagebuttenmark (gesüßt)

Die beiden Rehrückenstränge waschen, trockentupfen und halbieren. Trüffelöl und Wildgewürz einmassieren. Auf den Boden des Crocky legen.

Schalotten und rote Zwiebeln schälen, längs in Scheiben schneiden. In Butterschmalz andünsten, den Zucker dazugeben und leicht karamelisieren lassen. Knoblauch und Ingwer schälen, fein würfeln und kurz mitdünsten.

Mit der Hälfte des Rotweins ablöschen, diesen fast völlig einkochen lassen, dann die andere Hälfte angießen, wieder einreduzieren lassen. Zuletzt Portwein, Brühe, Orangensaft und -Zeste dazu geben und leicht einkochen lassen. Mit Thymian, Suppengrundstock und Hagebuttenmark abschmecken.

Die Flüssigkeit über den Rehrücken gießen. 1 Stunde HIGH, dann 1 Stunde LOW garen.




Anmerkung: 
Geschmacklich exzellent und das Fleisch auch butterweich, aber für klassische Kurzbratstücke wie Rehrücken u.ä. ist der Crocky vielleicht nicht die erste Wahl. Wenn man den Rücken durch ein Stück Braten bzw. Wildgulasch ersetzt, dann ist das Essen perfekt.

Hähnchen in der Identitätskrise...


Der Crocky ist gestern eingezogen und musste natürlich gleich ausprobiert werden. Die Chefin des Hauses hatte die Idee, dass geschmorte Kaninchenkeulen doch lecker werden müssten, wenn sie lange und langsam gegart werden. Der Plan (an sich gar nicht mal schlecht) scheiterte dann an den fehlenden Kaninchenbeinen. Allerdings begegneten uns im Kühlschrank Hühnerkeulen, die wir dann in eine Identitätskrise gequatscht (in sowas können wir richtig gut sein) und davon übezeugt haben, dass sie ja eigentlich vom Kaninchen wären...

Letztendlich ist das dabei rausgekommen:

Falsche Kaninchenkeulen

3 Hähnchenschlegel
6 Möhren
3 Knoblauchzehen
2x 125 g gewürfelter Katenschinken (mager)
400 ml Hühnerbrühe
2 EL Suppengrundstock
Pfeffer
2 Becher Schmand

Die Möhren und den Knoblauch schälen und klein würfeln. Die Möhren zuunterst in den Kocher einlegen, einen Teil des Knoblauchs und eine Packung des Katenschinkens darauf verteilen.
Die Hähnchenkeulen von der Haut und Fett befreien (wird sowieso nicht knusprig) und auf das Wurzelgemüse legen. Mit dem restlichen Knoblauch, der zweiten Packung Katenschinken bedecken. Pfeffer und Suppengrundstock hinzufügen und mit Hühnerbrühe aufgießen. Das Ganze mit dem Schmand abdecken, Deckel drauf und bei "HIGH" 4 Stunden in Ruhe lassen. Danach auf "LOW" 4-5 Stunden weiterziehen lassen.

Die Sauce ist grandios, die Möhren sind gar und haben noch ganz leicht Biss und das Fleisch ist saftig und zart - was will man mehr?



Samstag, 7. Januar 2012

Neuer Küchenbewohner


Als ich am Donnerstag heim kam, meinte die Gattin mir beichten zu müssen, dass sie sich ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk bestellt hätte. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass es sich um einen neuen Bewohner unserer Küche handelt...


Meine Damen und Herren,
bitte lassen Sie mich Ihnen Crocky alias Morphy Richards Slow Cooker vorstellen:



Wir werden den Guten mal ausprobieren und dann berichten, was man alles mit ihm anstellen kann und welche Leckereien dabei herauskommen...

Nachtrag 20:00 Uhr:
Gerade sind wir nach Hause gekommen und das erste, was passierte, war meine liebe Gattin, die alles stehen und liegen ließ, sich in die Küche begab und das neue Küchenteam-Mitglied einweihte...
Sollte das Rezept etwas werden (das wissen wir in mind. 4 Stunden - Mitternachtsessen halt), wird es hier veröffentlicht, wenn nicht, üben wir weiter...


Mittwoch, 4. Januar 2012

Quitten-Orangen-Aufstrich usw.


Als wir letztens bei unserem türkischen Supermarkt einkaufen waren, gab es dort wunderbar duftende Quitten. Wir konnten nicht widerstehen und haben 5 Stück davon in unseren Einkaufswagen gepackt. Nun war es höchste Zeit, diese zu verarbeiten. Nur zu was? Denn Quittengelee halte ich für Verschwendung, da wird doch so viel Gutes weggeworfen (und Quittenbrot aus den Resten herzustellen war mir dann doch zu viel Arbeit). Da auch noch massenhaft Orangen von Weihnachten da sind, bin ich auf die Idee gekommen, beides zu kombinieren. Und dabei ist dann folgendes entstanden:

Quitten-Orangen-Fruchtaufstrich mit Vanille und Kardamom

800 g Quitten in groben Stücken (ohne Kerngehäuse)
400 g frisch gepresster Orangensaft
Schale von einer Bio-Orange (Zesten)

 in den Mixi geben und 7 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern.

10 Kardamomkapseln
1 Vanilleschote

hinzufügen, dann 20 Minuten bei 100 °C/Sanftrühren/Linkslauf kochen. Anschließend die Kardamomkapseln und Vanilleschote aus der Masse fischen, dann 15 Sekunden auf Stufe 7 pürieren. In einen Kochtopf umfüllen (es waren genau 1047 g) und mit

Orangensaft auf 1,2 kg auffüllen.
1 EL Zitronensäure und
500 g Gelierzucker (2:1)

hinzufügen. Nach Packungsangabe (3-4 Minuten) sprudelnd kochen und sofort in heiß ausgespülte Twist-off-Gläser füllen.


Nach dieser Orgie waren immer noch 2 Quitten übrig - also habe ich den Telefon-Joker gewählt und gefragt, ob die restlichen Quitten zu Quitten-Mango-Chutney oder Quitten-Mango-Aufstrich verarbeitet werden sollen: die Antwort war: Aufstrich! Denn Chutney macht sich nicht so gut im Joghurt-Müsli-Gemisch. Und so, gnädiger Meister, soll eben dieser Aufstrich entstehen:

QM - das steht für Quality Management oder Quitte-Mango! - wobei am Schluss mehr eine VE - Very Exotic herausgekommen ist:

760 g Quitten in groben Stücken (ohne Kerngehäuse)
140 g Orangensaft

in den Mixi geben, 7 Sekunden auf Stufe 7 (wir werden mutig!) fast pürieren, dann 15 Minuten bei 100 °C/Stufe 1 garen. Anschließend 10 Sekunden/Stufe 7 fertig pürieren. Ergab 800 g Püree - ich frage mich, wo eigentlich die restlichen 100 g geblieben sind - verdampft?

In der Zwischenzeit

2 Mangos schälen und in in kleine Würfel schneiden (ergibt 550 g),
eine 1/2 Ananas musste auch daran glauben (320 g)
und weil die 2 kg Frucht voll werden sollten, habe ich noch 2 reife Kakis (z.Z. Raiks Lieblingsobst - ich hatte nur vergessen, es ihm am Montag mit nach München zu geben) dazugewurstelt (330 g).

Das Ergebnis war allerdings zu dick, also noch mal

200 ml O-Saft dazu und
1 kg Gelierzucker (2:1) plus
2 EL Zitronensäure

Nachden die ganze Geschichte sowieso eine gewisse Eingendynamik entwickelt hat, habe ich kurzentschlossen noch ein walnussgroßes Stück Ingwer atomisiert und in die ganze Mischung gegeben. Soll ja gesund sein...

Über Nacht ziehen lassen, dann nach Packungsangabe (auf-)kochen lassen und sofort heiß in Twist-off-Gläser abfüllen.


Nun warte ich das Urteil meines Götter-Gattens ab....

Anmerkung des Gatten:
LECKER! Die Vielfruchtversion ist ein bisschen mehr nach meinem Geschmack, aber die erste Mischung ist auch sehr gut. Jetzt weiss ich endlich, wie Quitte schmeckt...